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Wednesday, April 29, 2015

Vergleiche sind Gift

Schon seit einiger Zeit möchte ich über ein Thema schreiben, das mich stark beschäftigt und heute bietet es sich an. Mehr dazu aber später.
 
 
Das ist keine neues Thema, aber ein Thema, das man sich vielleicht etwas genauer anschauen sollte, bzw. sich nochmal ganz tief ins Hirn einprägen sollte:
 
 
Vergleiche sind Gift
 
 
Immer. Ohne Ausnahme. Weil man immer irgendetwas findet, worin man schlechter ist. Und sich dann genauso fühlt, nämlich schlecht.
 
 
Wie oft hat uns unser Mathelehrer früher erklärt, wir könnten beim Dividieren nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
In der Mathematik erschien uns das logisch. Also wieso tun wir das im Alltag wieder und immer wieder?
 
Wieso vergleichen wir ständig Äpfel- mit Birnen-Pos?
 
Was wir eigentlich wissen sollten und doch immer wieder verdrängen, auch weil die Modeindustrie keine Individuen sondern Einheits-Kleiderständer will, die ihre Masseware kaufen:
 
Wir sind alle ganz unterschiedlich, jeder ist auf seine Art einfach einfachartig.
Die Menschheit ist ein riesiger Obstkorb voll mit wunderbaren einzigartig exotischen Früchten.
Wenn wir da anfangen zu vergleichen, können wir uns eigentlich nur unglücklich machen. Überall wo wir im Alltag vergleichen - und sei es nur das Gewicht von gestern mit dem Gewicht von morgen - rauben wir uns ein Stück unserer Einzigartigkeit, machen uns klein und minderwertig.
Wir sind genau gut so wie wir heute sind. Das graue Haar zeugt von einer bereichernden Lebenserfahrung und die Schwangerschaftsstreifen sind ein Teil dieses wunderbaren Wesens, das gerade draussen auf dem Spielplatz herumtobt und damit unser Herz erfreut.
 
Sobald wir uns vergleichen, fängt das Unglück an. Dann werden auch Menschen, die alles haben und eigentlich glücklich sind wieder unglücklich, weil der Nachbar das grössere Auto, das schönere Haus, den tieferen Pool hat.
 
Klar, wir können das Spiel mitspielen, eine Spielfigur sein in dieser industriellen Konsumwelt. Wir können aber auch einfach glücklich sein. Jetzt und hier.
Weil wir unser eigenes Lieblingsobst sind und darauf einfach nur stolz sein können.
 
Zum Thema "Ich bin mein Lieblingsobst und mach mich nicht zur Gurke" gab es vor kurzem einen sehr interessanten Artikel von einem Model über ihre Erfahrungen in dieser Hinsicht. Sehr lesenswert:
 
 
Liebe Grüsse,
Carina


Monday, March 16, 2015

Wahlmöglichkeiten

Zur Zeit beschäftigt mich ein Thema sehr und das sind all die Wahlmöglichkeiten, die wir in der heutigen Zeit haben. Ist das nun ein Fluch oder ein Segen?
 
Sicherlich ist es ein grosser Luxus, sich zwischen 20 verschiedenen Marmeladensorte entscheiden zu können, aber spätestens bei der wegbereitenden Frage nach dem richtigen Studium ist es dann doch eher ein Fluch, so viele Möglichkeiten zu haben. Das Problem ist ja eigentlich nicht die Möglichkeit, für die man sich entscheidet, sondern die Möglichkeiten, die man nicht gewählt hat und die vielleicht viel besser, gewinnbringender, passender, prestigeträchtiger gewesen wären.
Und so zieht sich das grosse Fragezeichen durch unser Leben. Habe ich die richtige Wahl beim Partner getroffen, ist der Arbeitsplatz wirklich der beste für mich?
 
Ich kenne Menschen in meinem Alter, die wechseln alle 10-12 Monate ihre Stelle, immer auf der Suche nach dem perfekten Job, dem perfekten Leben. Natürlich zahlen sie dafür mit einem nichtvorhandenen Sozialleben, das ihnen vielleicht den notwendigen Halt geben würde.
Ja, wir leben in einer tollen Zeit, in der so viel möglich ist und dafür bin ich auch jeden Tag dankbar. Aber mittlerweile versuche ich, wenn ich mal wieder vor einer kleinen oder grossen Wahl stehe, mich nicht zu lange mit dem Prozess an sich zu beschäftigen, öfters auch mal auf den Bauch zu hören und auf jeden Fall 100% zu meiner Wahl zu stehen, sobald ich sie einmal getroffen habe.
 
Gerade letzteres ist meiner Meinung nach unglaublich wichtig, um das persönliche Glück zu finden. Sobald man einmal eine Wahl getroffen hat (und da gibt es dann ja hoffentlich genug Gründe, die die Wahl rechtfertigen), sollte man bitte aufhören, sich noch länger mit dem Für und Wider zu beschäftigen. Das vermiest einem am Ende noch die eigene Entscheidung und macht einen unglücklich.
 
Nun ist die Entscheidung fürs Erste gefallen. Dann folgt als nächster Schritt, sich voll und ganz auf seine Entscheidung einzulassen, diese zu geniessen und im Ganzen anzunehmen und die kleinen zweifelnden Stimmen aus dem Kopf zu verbannen. Ich versuche dann wirklich dankbar zu sein, dass ich diese Sache nun zu meinem Leben zählen darf und denke immer loyal und positiv darüber.
 
Natürlich kann es immer mal wieder vorkommen, dass die Entscheidung irgendwann vielleicht doch nicht so gut passt, oder dass sich die Zusammenhänge und eigenen Einstellungen verändert haben. Dann sollte man es sich auch ruhig eingestehen und so mutig sein, den nächsten Schritt in seinem Leben in Angriff zu nehmen. Aber was man dann nicht tun sollte: sich Vorwürfe machen, dass man ja damals diese und jene Entscheidung getroffen hatte, was ja ein riesiger Fehler war....
Nein, diese Entscheidung gehörte zu meinem ganz eigenen Lebensentwurf und war zu diesem Zeitpunkt die Richtige. Diese Entscheidung hatte dazu geführt, dass ich das und das lernen durfte, dass ich reifer und weiser geworden bin. Also auch hier ist Dankbarkeit sehr wichtig.
 
Ich denke, wenn man diese Leitlinien befolgt, dann kann man es gut schaffen in dieser modernen Welt mit all ihren Entscheidungsmöglichkeiten und Vielfalten gut und glücklich durchs Leben zu kommen.
 
Und am Ende ist die beste Wahl immer noch die, die ihr trefft, weil sie die richtige für euch selbst ist und nicht weil Tante A, Onkel B oder Grossmutter C das so für euch wollen.
 
Viel Spass beim Wählen,
Carina

Thursday, March 5, 2015

Vergleichen macht unglücklich

 
 
Nehmen wir mal einen grossen Sack Bio-Karotten und öffnen ihn. Wir werden kleine, dicke Karotten finden und auch lange, dünne. Wir werden Karotten mit Dellen und grünen Flecken entdecken und eine Karotte werden wir vielleicht wunderschön finden und sofort essen wollen.
 
Ich denke, ihr ahnt schon, worauf ich hinaus will.
 
Wir reden hier über einen einfachen Sack Karotten, wieviel komplexer und unterschiedlicher als Karotten sind dann wir Menschen?
 
Ich habe in den letzten Monaten immer wieder festgestellt, dass der Schlüssel zum Glücklichsein gerade darin liegt, sich NICHT zu vergleichen.
Das ist gar nicht so leicht gesagt wie getan. Meist wurden wir ja bereits in der Jugend genau darauf konditioniert. Man wollte zu einer bestimmten Gruppe dazugehören, man hatte Vorbilder, die man bis ins Detail kopiert hat. Das ist auch alles schön und gut - und am Ende wichtig für die Entwicklung.
Aber wirklich glücklich macht es einem im Herzen nur, wenn man sich selbst irgendwann treu ist und erkennt, dass man mit seinen Dellen und grünen Flecken eben einzigartig ist und sich nur unglücklich macht, wenn man eine lange, dünne Karotte sein will, aber nur 6 cm misst.
 
Das kann ja gar nichts werden. Da muss man dann eben offen und liebevoll sich selbst gegenüber sein, um zu erkennen, dass es sich nicht lohnt, sich auf die Streckbank zu legen. Am Ende macht es einen unglücklich, krank und im schlimmsten Falle entstellt.
 
Und gehen wir mal zum Thema Besitz über: Natürlich sieht das Leben von anderen oft bemerkenswert aus, aber wir sind ja alle intelligent genug, zu wissen, dass es hinter der Fassade grosser Villen meist sehr düster ausssieht.
 
Egal auf welchen Bereich man es ausdehnen möchte: Besitz, Können, Aussehen, Ansehen, innerer und äusserer Reichtum. Vergleiche sind eine totsichere Methode, um sich selbst unglücklich zu machen.
 
Achtet mal darauf, wie oft man eigentlich Vergleiche anstellt. Oft läuft das ja sogar unterbewusst ab.
Da ist es vielleicht ein erster Schritt, sich diese Vergleichsgedanken mal aufzuschreiben, sobald sie auftauchen. Dadurch macht man sich erst mal bewusst, wie stark das Vergleichen Teil unseres Lebens ist und uns immer wieder vergiftet.
 
Wir sind alle einzigartig und in unserer Einzigartigkeit ganz besonders. Und ihr wisst ja, wie die Geschichte vom hässlichen Entlein ausgeht, oder?
 
Liebe Grüsse,
Carina 

Monday, January 19, 2015

Sometimes you learn


Dieser Spruch begleitet mich seit einiger Zeit und er hilft mir zu erkennen, dass manche Dinge zwar nicht angenehm sind und sich wie ein Verlieren anfühlen können, aber wenn man sie dann näher - und vor allem positiver - betrachtet, dann erkennt man, dass man auch aus den schlimmsten Situationen etwas mitnehmen kann. 

Ich gehöre ja auch zur sogenannten "Generation Y", die alles hinterfragt und vehement nach dem Sinn in ihrem Leben und ihrer Arbeit sucht. 
Tja, und manchmal ist das eben gar nicht so leicht. Man hat den Anspruch, dass alles dauernd Spass machen und einen erfüllen muss. Und dann liest man eben auf Blogs und auf Facebook über die perfekten Leben und Werke von Bloggern und Menschen, bei denen man das Gefühl hat, sie haben immer Spass und die Sonne scheint immer auf sie herab, wo auch immer sie stehen. 
Aber ich bin mir sicher, dass liegt selten an der äusseren Situation dieser Menschen, sondern an deren Einstellung dazu. 
Dazu kommt wie gesagt auch noch unser eigener Anspruch. 
Ich hatte am Wochenende ein tolles Gespräch mit einer wirklich inspirierenden Rentnerin und wir kamen auf das Thema "erfüllender Job". 
Sie sagte, wenn sie so zurückschaut, dann war alles genug, was zu 70% "ok" war in ihrem Berufsalltag, um sie zufrieden sein zu lassen. 
Das hat mir zu denken gegeben und mich erkennen lassen wie wenig wir heutzutage Kompromisse eingehen. Alles muss 100% stimmen, sonst sollte man sich anderweitig umsehen. Das scheint für Beziehungen, Arbeit und auch Privates zu gelten. Aber ist das wirklich der richtige Weg? 
Klar, wenn es nicht mal die 70% sind, dann sollte man sich schon überlegen, ob man auf Dauer glücklich wird. Aber müssen es denn immer die 100% sein? 
Können die 30% Reibfläche, die vielleicht nicht so angenehm sind in Beruf und Beziehung, nicht genau der Anteil sein, der uns schleift und uns weiser und reifer werden lässt? 
Esssüchtige neigen ja oft dazu, eben solchen Reibeflächen, Ängsten und Schwierigkeiten zu entkommen, indem sie sich das Leben versüssen und mit Essen solche negativen Emotionen im wahrsten Sinne des Wortes runterschlucken und vergessen wollen. 
Ist Flucht wirklich eine Lösung? Oder ist es nicht besser, sich den oben genannten Satz ins Bewusstsein zu rufen und sich einzugestehen, dass es nicht immer 100% sein müssen. Man darf manchmal schwach sein und sich einen Verlust eingestehen. Denn am Ende ist es kein Verlust, sondern ein Erfahrungsgewinn. 

In diesem Sinne, einen guten Start in die neue Woche. 

Liebe Grüsse, 
Carina 


Monday, January 12, 2015

Happy You Year 2015

 

Eigentlich wollte ich heute über etwas ganz anderes schreiben, aber dann bin ich durch eine Empfehlung auf ein wunderbares YouTube-Video gestossen, welches ich euch echt nicht vorenthalten kann und will. 
Mehr ist eigentlich auch nicht zu sagen. Bitte schön: 


Liebe Grüsse, 
Carina 

Monday, November 24, 2014

Darm mit Charme

Ich weiss nicht, ob ihr das Video von Giulia Enders schon kennt, aber es lohnt sich, das bei YouTube mal anzuschauen. Ein Buch gibt es mittlerweile auch zum Thema. 

Worauf ich aber heute eigentlich hinaus möchte, ist eine ganz persönliche Geschichte. Ich habe mich lange Zeit während meiner schlimmsten Diätphasen von rein proteinhaltiger Kost ernährt und Kohlenhydrate gemieden wie der Teufel das Weihwasser. 

Im Sommer habe ich dann eine nette Ernährungsberaterin kennengelernt und wir haben eine Darmanalyse durchgeführt, um zu schauen, wie mein Darmmilieu so drauf ist. 
Um es noch gelinde auszudrücken, es war eine Katastrophe. 
Mein Darm-pH war viel zu hoch und auch chronische Entzündungsanzeichen waren zu sehen. Das Schlimmste war aber eigentlich, dass ich mit meiner unausgewogenen Diätkost dazu beigetragen habe, dass sich schädliche Fäulnis-Bakterien in meinem Darm wunderbar breit machen konnten, während die guten Lakto- und Bifido-Bakterien von den fiesen Kollegen verdrängt wurden. 

Nun habe ich über drei Monate lang probiotische Pülverchen genommen, um mein Darmgleichgewicht wieder herzustellen. 

Ich bin heilfroh, dass ich auch die Entzündungen rechtzeitig bekämpfen konnte, bevor sie sich in Lebenmittelunveträglichkeiten wie Gluten- oder Laktoseunverträglichkeit zum Beispiel manifestieren können. 

Ich sage euch, diese Untersuchung hat mir die Augen geöffnet und mir gezeigt, dass man nicht wegen irgendwelchen Gesellschaftsnormen mit seiner Gesundheit spielen sollte. Die ist einfach zu wichtig. 

Ich habe mir jedenfalls geschworen, nie wieder eine Diät zu machen. Dafür bin ich mir zu wertvoll und auch meine Darmbewohner werden ab jetzt mit gesunder Mischkost immer gut genährt und aufgepäppelt. 
Ich will ja schliesslich mindestens 120 Jahre alt werden und dazu ist eben auch ein Darm mit Charme sehr wichtig. 

Liebe Grüsse, 
Carina 

Monday, November 10, 2014

To-do-Liste


Versteht mich nicht falsch, to-do-Listen sind wunderbar. Sie räumen den Kopf auf und bringen das ewige Gedankengewirr "ich muss noch, ich will noch, etc. " aufs Papier. 
Ausserdem ist es ein wunderbares Gefühl, etwas abhaken zu können. Das motiviert dann, direkt den nächsten Punkt in Angriff zu nehmen. 

Allerdings, so eine to-do-Liste kann einem aber auch im Nacken sitzen und einen gewissen Druck aufbauen. Das ist dann natürlich absolut kontraproduktiv für ein entspanntes Leben. 
Gerade bei Esssüchtigen besteht ja immer auch ein wenig die Tendenz, dass sie sich selbst zu Höchstleistungen antreiben und sich keine Pause gönnen. 

Nun hatte ich auf meiner grossen to-do-Liste an der Wand seit einiger Zeit zwei Dinge stehen, die mich jeden Abend daran erinnert haben, dass ich sie noch machen muss. Zeit und Lust hatte ich allerdings keine und da war das schlechte Gewissen vorprogrammiert. 
Da ich mir aber nicht mehr von meinem inneren Antreiber etwas sagen lasse, habe ich kurzentschlossen die beiden Sachen durchgestrichen und stattdessen das obige Bild auf meine to-do-Liste geklebt. 
Es erinnert mich an das einzige, was ich wirklich tun MUSS, alles andere ist "nice-to-have", aber die Welt geht auch nicht unter, wenn die Herbstdeko noch nicht ausgepackt und die Wohnung mal nicht geputzt ist. 

Liebe Grüsse, 
Carina

Monday, October 27, 2014

Spruch der Woche: Mark Twain

I have been through some terrible things in my life,
some of which actually happened. 

(Mark Twain)

Ein weiser Mann. Ein sehr kluger Spruch. Einer meiner Lieblingssprüche überhaupt. Warum? 

Weil man sich immer mal wieder klarmachen sollte, wie sehr die eigenen Ängste und Sorgen eigentlich das Leben klein und beengt halten. 
Und weil Esssüchtige, Perfektionisten und - ich wage zu behaupten - Frauen im Allgemeinen sehr dazu neigen, über das nachzugrübeln, was sein könnte. Was schief gehen könnte, was andere Leute denken könnten, wie andere reagieren könnten. 
Am Ende geht es meist gut und man hat sich ganz unnötig Sorgen gemacht. Alle Ängste und Grübeleien waren ganz umsonst. 
Wenn es nur das wäre. Aber am Ende haben unsere Grübeleien uns noch wertvolle Lebenszeit und Energie gekostet, haben uns ausgelaugt und uns Falten in die Stirn gebrannt. 

Wieso sich das Leben so schwer machen? Wieso nicht mal STOPP sagen zu den Sorgen und Gedanken, die den ganzen Tag durch unseren Kopf kreisen und dort Horrorszenarien entstehen lassen. 

Es ist so unnötig. Denn am Ende schaut man auf ein Leben zurück, das gar nicht so schlecht war. Man merkt dann nur mit Bedauern, dass man es gar nicht richtig geniessen und auskosten konnte, weil man zu sehr mit den schwarzmalerischen Gedanken der Zukunft beschäftigt war. 

Also, lieber mal im Hier und Jetzt verweilen und an etwas Schönes denken. 

Eine schöne Woche wünscht euch

Carina 

Friday, October 24, 2014

Let's talk about facts and figures


Heute wird es sehr persönlich. Denn ich möchte über genau das sprechen, was euch alle am meisten interessiert.
Ich kenn euch doch ;-)

Nein, ernsthaft. Das grosse Thema während meiner Esssucht und auch eine sehr lange Zeit während meiner Genesung war natürlich das Gewicht. Meine Gedanken haben sich Tag und Nacht um die Zahl auf der Waage gedreht. War die Zahl klein, war ich glücklich und erfolgreich. War die Zahl gross, war ich ein Versager und mein Leben nichts mehr wert. 
Während meiner Genesung, als ich dann etwas entspannter mit meinem Körper und meinem Gewicht umgegangen bin, habe ich mich bereits etwas freier gefühlt, aber dennoch war ich irgendwie noch im Schwebezustand. Ich wusste, ich wollte keine Diät mehr machen, mir das Essen nicht mehr von aussen, von meinem Umfeld diktieren lassen. Aber tief im Inneren waren da immer noch die Stimmen, die mich seit meinem 14ten Lebensjahr begleiteten und die mir die nächste Diät schmackhaft machen wollten. 

So, und nun reden wir Klartext. 

Wie sieht mein Gewicht heute nach dem Sieg gegen meine Krankheit aus? 

Der Kampf ist nicht spurlos an mir vorüber gegangen. Ich habe mich von einer Kleidergrösse 38 zu einer Kleidergrösse 40 verändert und halte das Gewicht, das ich auch früher schon zwischen meinen strengen Diätphasen hatte. Das scheint nun erstmal das Gewicht zu sein, mit dem mein Körper leben kann. 

Und genau dieses Gewicht ganz für sich anzunehmen, ist ein Schritt, den man nicht überspringen darf!
Ich habe es immer wieder zu hören bekommen: man muss sich erst komplett annehmen können, bevor der Essdruck ganz zum Erliegen kommen und man dann langsam auch körperlich genesen kann. 
Daran glaube ich aber wiederum ganz fest: Ich habe sowohl in meinem virtuellen als auch in meinem richtigen Leben mittlerweile genug Beispiele, die mir genau das beweisen: Dass man auch als ehemalige Esssüchtige nach 5, 10 Jahren (was auch immer) irgendwann seine natürliche schlanke Traumfigur hat. 
Ich weiss, dass es bei mir auch so sein wird, die körperlichen Narben müssen nur erst richtig verheilen. Diesen Vergleich zu einer Verletzung halte ich mir immer vor Augen, denn er passt sehr gut. 

Fazit: Ohne dieses Loslassen geht es wirklich nicht. Das alte, unsichere, fremdgesteuerte Ego muss erst komplett sterben, damit das neue, gute, selbstbewusste Ich wirklich mit dem Leben beginnen kann. Das weiss ich jetzt. Ich wollte es früher nur nicht wahrhaben. Zu stark waren die kontrollierenden, ängstlichen Glaubenssätze in meinem Inneren und die Angst vor den urteilenden und abwertenden Stimmen der Gesellschaft. 

Was würde ich heute meiner Umwelt sagen, wenn sie mich auf meine körperliche Veränderung ansprechen würde? 

Ich würde Folgendes sagen: 

Wenn dies der Preis ist, den ich für ein glückliches und freies Leben 
ohne Ängste und negative Gedanken zahlen muss - 
dann zahle ich ihn gerne!

(Interessanterweise hat mich nur noch niemand darauf angesprochen. Im Gegenteil, die Menschen loben in letzter Zeit einfach dauernd meine Ausstrahlung, meine Lebensfreude und meine Power....)

Wollt ihr euch wirklich von Zahlen euer Leben und euer Glücklichsein diktieren lassen?  
Wenn ihr nicht gerade Graf Zahl von der Sesamstrasse seid, dann ist das keine gute Idee, glaubt mir. 

Liebe Grüsse, 
Carina 



P.S. Und wenn du doch der Graf Zahl von der Sesamstrasse bist, der das hier liest, dann musst du mir unbedingt einen Kommentar hinterlassen.... 


Tuesday, September 23, 2014

Herbstbeginn

 
Der Herbst ist eigentlich meine liebste Jahreszeit. Wieso? Weil man noch die schönen Erinnerungen an den Sommer im Kopf hat, aber sich irgendwie auch auf was Neues freut. Und der Herbst hat so viele tolle Seiten, wenn man nicht nur Regen und Sturm sieht.

Man muss nur aufmerksam durch die Welt gehen: die bunten Farben der Natur, die neue Frische. Überall bunte warme Farben.
Die erste Kürbissuppe des Jahres, die ersten Marroni und auch der Tee schmeckt wieder. Man kann sich in warme Kleider kuscheln und dieses angenehme Gefühl geniessen, ohne dass man andauernd friert.
Man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man mal einen regnerischen Sonntag im Bett verbringt. Im Sommer hiess es, stets alle Sonnenstunden auszunutzen, gerade dieses Jahr.

Der Herbst hilft uns, wieder mehr auf uns selbst und auf die schöne Natur um uns herum zu schauen. Er hilft uns, inne zu halten und zur Ruhe zu kommen.

Wir sollten dieses Angebot nutzen und mit offenen Augen durch die Welt gehen und uns an den Veränderungen erfreuen. Vielleicht gibt es uns den nötigen Antrieb, auch unser Inneres zu ändern, es bunter werden zu lassen.

Deswegen hier meine Hausaufgabe für euch:
Macht einen schönen Herbstspaziergang, schaut euch die Natur an, sammelt Kastanien und die ersten bunten Blätter.
Damit dekoriert ihr dann eure Wohnung, stellt Kerzen auf, um die ersten dunklen Abende zu erhellen.
Kauft euch einen guten Tee und trinkt ihn aufs Sofa gekuschelt.
Kauft euch ein Paar Gummistiefel und fühlt euch jung, wenn ihr sie tragt, springt in jede Pfütze und habt Spass daran.
Kauft euch einen Kürbis, schneidet ihn klein, kocht ihn und püriert ihn zu einer warmen Suppe.

Das alles bringt euch ein Stück näher zur Natur und zu euch selbst.

Viel Spass dabei,
Carina

Thursday, August 28, 2014

Spruch der Woche



Ich liebe diesen Spruch und versuche ihn mir auch immer wieder vor Augen zu halten, wenn es mal nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe oder wenn Murphy's Law gerade Hochsaison hat in meinem Leben. 

Aber woher weiss ich denn, dass der Mist, der mir gerade vor die Füsse geworfen wird, nicht dafür da ist, mich weiter zu bringen, mich wachsen zu lassen oder auf lange Sicht einfach für irgendetwas gut ist, was ich jetzt noch nicht einschätzen kann? 

Es erfordert Mut, das Leben so anzunehmen, wie es ist. Und gerade die Ängste und die inneren Stimmen und Glaubenssätze, die uns immer wieder begleiten, versuchen uns immer wieder dahin zu bringen, diese negativen Gefühle mit Zucker zu unterdrücken und uns in eine heile Welt aus Schokolade und Kuchen zu flüchten. 

Aber vielleicht sind es gerade die Zitronen, die uns stärker machen, die uns weiterbringen und die uns ganz neue Möglichkeiten aufzeigen. Oft erkennen wir dann, dass wir Fähigkeiten haben, die wir nie für möglich gehalten haben. 
Wenn wir uns aus unserer Komfortzone hinaus wagen und auf die Leiter steigen, um die Zitronen zu pflücken, dann erkennen wir vielleicht, dass wir genau dafür geboren wurden: 
das weltbeste Limonaden-Rezept der Welt zu erfinden. 

Ihr wisst was ich meine ;-) 

If life gives you lemons - make lemonade out of it!!!

Alles Liebe, 
Carina 

P.S. Diese wunderbaren Apothekergefässe zum Beschriften gibt es gerade bei Depot. Ich finde sie wunderschön. 

Monday, August 25, 2014

Das hässliche Entlein


Ich habe ein Lieblingsmärchen und das ist "Das hässliche Entlein" von Hans Christian Andersen. 

Ich habe dieses Märchen schon als Kind geliebt, aber seit ich weiss, wieviel Weisheit für Suchtbetroffene darin steckt, mag ich es noch viel mehr. 

Auch Anita Johnston nimmt dieses Märchen als Metapher in ihrem empfehlenswerten Buch "Die Frau, die im Mondlicht ass" auf (ich habe euch das Buch hier vorgestellt).

Wie oft habe ich während den Jahren meiner Esssucht so gefühlt und gedacht wie das hässliche Entlein. Nie war ich dünn und beliebt genug, um mich zugehörig zu fühlen. 
Von klein auf habe ich mich mit anderen verglichen. Aber natürlich nicht mit denen, die mir ähnlich waren. Nein, es waren die zierlichen Model-Elfen oder die reichen und edlen Adelsfamilien-Sprösslinge aus der BUNTEN und der GALA. 
Die Ansprüche an mich selbst waren unerreichbar hoch. Und so konnte ich meine selbstgesteckten Ziele auch nie erreichen. Ich wollte eine Ente sein, aber habe in den Spiegel geschaut und sah eben nur den viel zu langen Schnabel und das bräunliche Wuschel-Fell. 

Ich musste also dünner werden, mich stärker anstrengen, erfolgreicher sein als die anderen Enten, damit ich endlich gesehen und als Ente anerkannt wurde. Und so kämpfte ich mein Leben lang. Schneller, höher, weiter. 
Zwischendurch schaute ich in den Spiegel und immer noch war der Schnabel zu lang und die Fellfarbe nicht die gewünschte. 
Ich sah nur mein eigenes Versagen. Und tröstete mich mit Zucker und Soulfood. 

Ich hatte nicht realisiert, dass ich mittlerweile alles in meinem Leben erreicht hatte, was sich eine Ente so sehr wünscht: Ich hatte einen guten Abschluss, ein stolzes und edles Auftreten nach aussen. Ich hatte einen Titel und eine Kader-Position. Ich hatte alle Plätze der Reichen und Schönen gesehen und zwischen ihnen gefeiert. 
Ich hatte einen Traummann, der mir die Welt zu Füssen legte und lebte in einem Luxus-Land, das weltberühmt ist für seine hohe Lebensqualität und seine Sicherheit. 
Ich aber war so mit meinem Spiegelbild beschäftigt, dass ich gar nicht merkte, dass ich bereits alles erreicht hatte, was eine Ente sich erträumen kann. 
Nur glücklich war ich nicht, weil ich das alles nicht wahrnahm, mein Spiegelbild sprach ja eine ganz andere Sprache. 

Jetzt, hier und heute, nach meiner Genesung, während der ich erkannt habe, dass ich einzigartig bin und in meiner Schwanhaftigkeit perfekt bin, so wie ich bin, kann ich das alles endlich geniessen und mein Leben als das ansehen, was es ist: einfach perfekt - für mich und das, was ich bin und für das ich geboren wurde.

Ich habe mich voll und ganz als Schwan angenommen und plötzlich passt alles und ich zwänge mich nicht in Enten-Schubladen, die mir eh viel zu klein sind. Ich bin ein stolzer Schwan, der die Menschen am Ufer glücklich machen kann, wenn er seine Runden dreht und sich nicht bei den Enten im Schilf versteckt und Trübsal bläst. 

Ich weiss, ich kann glücklich sein und dieser Welt ein Lächeln schenken, denn genau dafür bin ich da. Als Schwan, nicht als Ente.

Und die Welt lächelt jeden einzigen Tag zurück, seit ich mich nicht mehr verstecke und ihr als mein eigentliches Ich entgegentrete. 


Ihr lieben Schwäne da draussen, ihr könnt die Welt zu einem glücklicheren Ort machen! Aber dafür müsst ihr stolz eure Köpfe aus dem Wasser strecken und euch bewusst sein, dass ihr als Schwäne einzigartig seid. 

Liebe Grüsse, 
Carina 

Monday, August 18, 2014

Spruch der Woche

"Es ist unmöglich, es allen recht zu machen. Also mache es dir vor allem selbst recht."


Und damit liegst du eh immer richtig. Denn dann bist du glücklich und im inneren Gleichgewicht und nur aus dieser Position heraus kannst du andere stützen und glücklich machen.
Mit dieser Strategie fährt man generell in allen Lebenslagen gut und agiert vor allen Dingen sehr viel entspannter. Man kann es einfach nicht jedem recht machen und am Ende gibt es immer irgendjemanden, der nicht ganz zufrieden ist.

Aber ist das denn schlimm? Geht davon die Welt unter? Nein.

Ich versuche mir immer auszumalen, was das „Worst-Case-Szenario“ wäre und die daraus folgenden Konsequenzen. Meist ist genau dieser Worstcase gar nicht so schlimm, wie man sich das in Gedanken zusammengesponnen hat.


Aber was passiert nun, wenn man sich selbst als Messlatte fürs „Rechtmachen“ nimmt?


Wenn man sich selbst zufrieden machen möchte, dann ist man automatisch authentisch und strahlt diese Authentizität auch aus. Dann schafft man gleichzeitig Vertrauen, weil man sich nicht verstellt. Dann ruht man in sich selbst, ist zufrieden und entspannt. Dann geht man auch ganz entspannt und damit fokussiert an eine Sache oder ein Problem heran und sieht mögliche Lösungen viel klarer. Das hilft dann auch dem Rest vom Team, der Familie, etc.

Ganz klar, wenn man es sich selbst recht machen will, dann macht man es am Ende zu 99% auch den anderen recht...und wenn es nur wegen deinem schönen Lächeln ist, welches du dann garantiert für deine Umwelt übrig hast. :-)


Also dann, ich hoffe, die Message ist klar geworden:

Es gibt nur einen, für den du dich verbiegen solltest – und das bist du selbst!!!


Liebe Grüsse,
Carina


Monday, August 11, 2014

Nur heute

Da ich mittlerweile das Essen nicht mehr dafür verwende, um meine Gefühle und Empfindungen zu unterdrücken, kommen von Zeit zu Zeit genau diese Gefühlswellen hoch, die ich früher so schön mit Zucker ersticken konnte, damit ich funktionieren und produktiv sein konnte. 
Heute fühle ich mich manchmal von all diesen neuen Gefühlen und Ängsten überrollt und blockiert. Dann hilft mir eine Strategie sehr gut dabei, nicht den Mut zu verlieren und in alte Verhaltensmuster zurückzufallen: 
Ich sehe mein Leben nicht mehr im Blickwinkel von Gestern und Morgen mit all den Gedanken, die sich daraus ergeben, sondern ich fokussiere nur auf den heutigen Tag. Das nimmt sofort den Druck, das grosse Endziel jetzt erreichen zu müssen. Denn wenn man nur auf das Heute schaut, dann kann man auch nur die kleinen Schritte tun, die man eben genau heute zum grossen Ganzen beitragen kann. Und auch wenn man dann vielleicht einmal nicht die Kraft hat, einen Schritt nach vorne zu gehen, dann ist das eben auch nur für heute so. Morgen ist ein neuer Tag, ein neuer Abschnitt. Diese Denkweise nimmt mir den Druck und die Ungeduld. 
Es gibt eine schöne Leitlinie der Schriftstellerin Sibyl Partridge. Ich lese mir diese immer wieder gerne durch. Allerdings habe ich an meiner Pinnwand zusätzlich noch meine ganz eigene Liste mit Dingen, die ich heute konkret tun kann, um ein Stückchen gesünder, freier und glücklicher zu werden. Und das jeden Tag aufs Neue. Immer wieder. Schritt für Schritt. Nur heute. 
NUR HEUTE von Sibyl F. Partridge
  1. Heute will ich glücklich sein. Deshalb glaube ich, was Abraham Lincoln sagte: «Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie sein wollen.» Glück kommt von innen, es hat mit äußeren Umständen nichts zu tun.
  2. Heute nehme ich alles, wie es ist, und zwinge den Dingen nicht meinen Willen auf. Familie, Arbeit und Glück – ich nehme es, wie es kommt, und stelle mich darauf ein.
  3. Heute kümmere ich mich um meinen Körper. Ich bewege ihn, pflege ihn, ernähre ihn und vernachlässige oder missbrauche ihn nicht, damit er so perfekt reagiert, wie ich es mir wünsche.
  4. Heute trainiere ich meinen Geist. Ich lerne etwas Nützliches und faulenze nicht,  sondern lese etwas, das Anstrengung, Konzentration und Denkarbeit verlangt.
  5. Heute mache ich drei Seelenübungen: Ich erweise jemand einen Gefallen, ohne dass er es merkt, und tue zwei Dinge, die ich nicht gern tue, um in Übung zu bleiben, wie William James das nennt.
  6. Heute möchte ich erfreulich sein. Ich mache mich so hübsch wie möglich, ziehe mich nett an, spreche leise, bin höflich, lobe oft, kritisiere niemand, nörgle nicht und versuche nicht, andere zu ermahnen oder zu verbessern.
  7. Heute lebe ich allein für diesen Tag und versuche nicht, alle Probleme meines Lebens auf einmal zu lösen. Zwölf Stunden kann ich Dinge tun, die ich hassen würde, wenn ich sie mein ganzes Leben tun müsste.
  8. Heute mache ich mir ein Programm. Ich teile die Zeit genau ein und schreibe es mir auf. Vielleicht halte ich die Einteilung nicht durch, aber immerhin habe ich sie gemacht. Damit vermeide ich zwei lästige Übel: Eile und Unentschlossenheit.
  9. Heute nehme ich mir eine ruhige halbe Stunde und entspanne mich. In dieser halben Stunde denke ich auch an Gott, um in mein Leben eine größere Dimension zu bringen.
  10. Heute bin ich ohne Angst, vor allem habe ich keine Angst davor, glücklich zu sein, das Schöne zu genießen, zu lieben und zu glauben, dass die Menschen mich auch lieben, die ich liebe.


Also in diesem Sinne: Das Heute ist das was zählt. Dann lösen sich sicher 90% aller negativer Gedanken in Luft auf, da sie sich aus dem Gestern und Morgen nähren. 

Carpe diem, 
Carina 

Monday, August 4, 2014

Selbstboykott aus Liebeshunger


Ich habe vor kurzem eine interessante Entdeckung gemacht und möchte meine Gedanken gerne mit euch teilen.
Geht es euch manchmal auch so? Ihr tut etwas und denkt euch im Nachhinein, dass ihr dafür all eure Prinzipien und Prioritäten über den Haufen geschmissen habt.
Wieso verrenkt man sich für andere und handelt am Ende genau so, wie man nie handeln wollte und fühlt sich dabei auch noch schlecht? Wieso tun wir uns diesen Selbstboykott immer und immer wieder an?
Weil wir geliebt werden wollen.
Das oberste Ziel einer Frau, die in der ein oder anderen Form mit Esssucht zu tun hat, ist das Angepasstsein. 
Sie möchte beliebt sein. Sie möchte dazu gehören. Sie möchte es jedem recht machen. Sie möchte immer „Ja“ und niemals „Nein“ sagen. Sie möchte eben einfach geliebt werden – von den anderen. 
Sie verdrängt dafür aber die Liebe zu sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse. Sie boykottiert diese Bedürfnisse und überhört sie. Sie schluckt diese Bedürfnisse im wahrsten Sinne des Wortes hinunter, zusammen mit Chips und Schokolade.


Selbstboykott aus Liebeshunger.


Die Liebe hat von Anfang an gefehlt. Man hatte immer Regeln zu befolgen, man musste sich immer anpassen, so sein wie die anderen waren, ja nicht auffallen. 
Es war niemals gut, wie man war. Man hatte besser, perfekter zu sein. Dann kam auch die Liebe – glaubte man.
Nun haben wir den Salat.
Und wird können nun schauen, wie wir da wieder herauskommen. Es gibt nur eine Antwort: Sattwerden.

Sattwerden? 
Das versuchen wir doch schon seit Jahren, Jahrzehnten. Wir stopfen Essen, Süssigkeiten, DVDs, Spiele, Fernsehen und nochmal Essen in uns hinein und werden nicht satt. Klar. Denn wer Hunger nach Liebe hat, der wird nur satt wenn er --- richtig! --- Liebe bekommt.
Es gibt aber nunmal nur einen einzigen zuverlässigen "Liebes-Supplier" in deinem Leben. Das bist du selbst!
Nur du selbst kannst dir Liebe geben. Selbstliebe. 

Du kannst niemanden dazu zwingen, dich zu lieben. Aber du kannst dir selbst alle Liebe geben, die du brauchst. Du hast unendliche Resourcen, du musst sie nur frei geben und dich nicht mit Suchtmitteln betäuben.
Sei du selbst, suche nicht die Liebe in deinem Umfeld. Richtig und auf Dauer satt werden kannst du nur von der Liebe, die du dir selbst gibst.
Und dann brauchst du dich auch nicht mehr selbst zu verleugnen und zu boykottieren.
Dann bist du frei, ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu leben.


Du hast es in der Hand!
Liebe Grüsse,
Carina

Monday, June 23, 2014

Spruch der Woche -

"Das Leben ist zu GROSSartig für kleine Gefühle."


Diesen Spruch sollte man sich immer wieder vor Augen führen. Wir haben nur dieses eine, wunderbare Leben. 
Und wenn man dafür einmal seinen Geist öffnet und ihn nicht mehr aus Angst und Unsicherheit mit Essen und anderen Suchtmitteln zukleistert, dann erkennt man erst, wie grossartig jeder einzelne Moment davon ist. 

Oft traut man sich nicht, die Wut, die Angst, die Trauer und auf der anderen Seite die Freude, das Glück, die Überschwänglichkeit in die Welt hinauszuschreien. Denn...

...was sollen denn da die Nachbarn denken. 

???

Ernsthaft? Du hast ein wunderbares, einzigartiges Leben geschenkt bekommen. Also fülle es an mit Energie und Gefühlen und halte dich nicht klein, indem du diese positive, weltverändernde Kraft mit deinen Süchten zum Schweigen bringst. 

Dafür sind wir nicht hier. Wir sind zur Diva geboren, auch wenn du es manchmal vielleicht noch nicht spürst. Es ist so, glaub mir. 
Also, los geht's: "Drama, baby!!!" 

Trau dich. Zeige deine Gefühle, mache sie gross und verleih deinem Leben dadurch die Anerkennung, die es verdient hat.  

Yeaaaaahhhh, 
Carina 


Thursday, May 22, 2014

Therapeutisches Schreiben in der neuen FLOW


Da ist es mir wieder über den Weg gelaufen, das wichtigste Werkzeug bei der Genesung von jeder Sucht, bei Depressionen, Zuckersucht und Kreativitätsblockaden: 

das (therapeutische) Schreiben.

Während meiner Genesung war das Aufschreiben meiner Sorgen, Gedanken und von allem, was mir so durch den Kopf gegangen ist, meine tägliche Therapie. Und auch heute noch nehme ich mir jeden Morgen eine halbe Stunde Zeit und schreibe einfach auf, was mir gerade einfällt. 
Wenn ich tagsüber schlechte Laune bekomme oder unruhig werde und den Grund nicht kenne, dann mache ich eine kurze Pause, hole mein Notizbuch raus, das ich immer und überall dabei habe, und fange an zu schreiben. 

In der neuen Flow (von der ich hier berichtet habe) gibt es als Beilage ein Heft mit einer Anleitung zum therapeutischen Schreiben über 30 Tage mit täglichen Fragestellungen. Ich nutze das Heft seit ein paar Tagen und finde es sehr inspirierend, durch die schriftliche Beantwortung der Fragen in mich hineinzuhorchen. 



Natürlich kann man sich auch sonst ein schönes Notizbuch und einen tollen Stift kaufen - und einfach anfangen. 
Es braucht ein wenig Überwindung und auch Übung, aber irgendwann erkennt man den Nutzen des regelmässigen Schreibens und kann irgendwann nicht mehr ohne. 

Viel Spass dabei, 

Carina 

Tuesday, May 13, 2014

Take it easy, cowboy!


"OPTIMIST: - someone that knows that taking a step backward after taking a step forward is not a disaster, it's a cha-cha. "

Robert Brault



Manchmal ist es eben alleine die Sichtweise, die zählt - und die alles verändern kann. 

Fast alle Esssüchtige haben eines gemeinsam: sie sehen an sich selbst immer nur das Negative, die ganzen Fehler und Schwächen. Sie gehen mit sich selbst härter ins Gericht als jeder andere. Sie erlauben sich keine Rückfälle oder Abweichungen vom allzu strengen, selbst aufgestellten Lebensplan.

Da ist diese Stimme im Kopf, die sagt: "Du bist nicht gut genug", "Du hast nicht alles gegeben", "du musst bist zum Ende durchhalten, auch wenn es weh tut", denn "erst wenn es richtig wehtut, kann es auch was bringen". 

Mit diesem Ansatz machen sich viele das Leben schwerer als es ist. Man selbst wird zum regelrechten Gefängniswärter für die eigene selbst auferlegte Haftstrafe im eigenen Leben. 

Da lohnt es sich wie oben beschrieben, einmal die Sichtweise zu ändern. Klar, man kann alles negativ sehen und auf das halbleere Glas deuten und sagen: "Hab ich's doch gewusst, klar passiert das immer nur mir." 

Oder man kann jede Niederlage eben auch als Chance sehen. Rückfälle oder Fressanfälle sind nicht schön, aber sie können von Optimisten auch als Hilfestellung gesehen werden, dass irgendetwas im Leben nicht (mehr) zu einem passt. 

Wenn man mal die Sichtweise ändert, dann tun sich neue Möglichkeiten auf - und ehe man sich versieht, tanzt man schon durchs Leben. 

Denn wie sagte einst ein weiser Mensch: 

"Leben heisst nicht zu warten, dass der Sturm vorüberzieht, 
sondern zu lernen, im Regen zu tanzen."

Habt Spass im Leben, dann werden eure Gläser auch immer halbvoll sein!

In diesem Sinne, 
Carina