Sunday, December 7, 2014

Stand by

Ihr Lieben, 

die Adventszeit ist für mich immer eine ganz besondere Zeit. Irgendwie langsamer und intensiver, gefühlvoller. 
Ich liebe diese Zeit und nehme mir bewusst Besinnlichkeit und Aufmerksamkeit für mich. 
Ich schaue zurück, was im altes Jahr Tolles passiert ist (und das war so einiges). Unter anderem ist dieses Blog geboren worden und ich bin dankbar für jeden Leser und jede Erfahrung, die mir das gebracht hat. 
Nun heisst es, in mich zu gehen und zu schauen, wo meine Schwerpunkte im nächsten Jahr liegen werden. 
Hier bei euch natürlich - aber ich darf schon verraten, dass das Jahr 2015 die Überschrift "Menschen" von mir als Thema bekommen hat. 
Ich freue mich schon wahnsinnig darauf und kann es kaum noch erwarten, das neue Jahr einzuläuten. 

Aber bis dahin werde ich mich ein wenig zurückziehen, mir eine Pause gönnen, inne halten und Kraft tanken. 

Ich danke euch für alles, was ich hier an grossartigem Seelenfutter geniessen durfte und melde mich im neuen Jahr wieder. 

Eine friedliche Adventszeit wünscht euch, 
Carina 

Sunday, November 30, 2014

Get on Apps - Kim Fleckenstein


Passend zum Start des Weihnachts-Countdowns möchte ich euch heute mit etwas bekannt machen, was mir während meiner Genesung wirklich sehr, sehr geholfen hat und auch heute noch ein wichtiger Teil meiner Entspannungstechnik ist. 

Die "Get on Apps" von Kim Fleckenstein 

Das sind Apps, die zu ganz verschiedenen Themen wie zum Beispiel Selbstliebe, Positives Denken, Achtsamkeit oder Entspannung eine ca. halbstündige Autosuggestions-Meditation anbieten. 

Ich höre diese Entspannungs-Apps vor dem Schlafengehen oder bei längeren Zugfahrten, am Strand oder wenn ich nach der Arbeit ein bisschen Entspannung brauche und "runterkommen" möchte. 

Kim Fleckenstein hat eine sehr angenehme Stimme und auch die Hintergrundmusik ist sehr unaufdringlich. Auch nach dem fünfzigsten Mal freue ich mich jedes Mal über meine Autosuggestions-Session. 

Ich habe wirklich sehr positive Resultate mit den Apps erzielt. Viele meiner negativen Glaubenssätze konnte ich dadurch aus meinem Gehirn ausradieren und ich merke einfach, wie sich mein Denken unterbewusst zum Positiven verändert hat. 

Und nun aufgepasst: Kim Fleckenstein hat für euch ab morgen einen tollen Adventskalender im Angebot! 
Ihr könnt euch hier registrieren und bekommt täglich eine Mail mit inspirierenden Worten und besonderen Angeboten.

Ich bin schon sehr gespannt auf das erste Türchen. 

Einen tollen ersten Advent wünscht euch, 
Carina 




Monday, November 24, 2014

Darm mit Charme

Ich weiss nicht, ob ihr das Video von Giulia Enders schon kennt, aber es lohnt sich, das bei YouTube mal anzuschauen. Ein Buch gibt es mittlerweile auch zum Thema. 

Worauf ich aber heute eigentlich hinaus möchte, ist eine ganz persönliche Geschichte. Ich habe mich lange Zeit während meiner schlimmsten Diätphasen von rein proteinhaltiger Kost ernährt und Kohlenhydrate gemieden wie der Teufel das Weihwasser. 

Im Sommer habe ich dann eine nette Ernährungsberaterin kennengelernt und wir haben eine Darmanalyse durchgeführt, um zu schauen, wie mein Darmmilieu so drauf ist. 
Um es noch gelinde auszudrücken, es war eine Katastrophe. 
Mein Darm-pH war viel zu hoch und auch chronische Entzündungsanzeichen waren zu sehen. Das Schlimmste war aber eigentlich, dass ich mit meiner unausgewogenen Diätkost dazu beigetragen habe, dass sich schädliche Fäulnis-Bakterien in meinem Darm wunderbar breit machen konnten, während die guten Lakto- und Bifido-Bakterien von den fiesen Kollegen verdrängt wurden. 

Nun habe ich über drei Monate lang probiotische Pülverchen genommen, um mein Darmgleichgewicht wieder herzustellen. 

Ich bin heilfroh, dass ich auch die Entzündungen rechtzeitig bekämpfen konnte, bevor sie sich in Lebenmittelunveträglichkeiten wie Gluten- oder Laktoseunverträglichkeit zum Beispiel manifestieren können. 

Ich sage euch, diese Untersuchung hat mir die Augen geöffnet und mir gezeigt, dass man nicht wegen irgendwelchen Gesellschaftsnormen mit seiner Gesundheit spielen sollte. Die ist einfach zu wichtig. 

Ich habe mir jedenfalls geschworen, nie wieder eine Diät zu machen. Dafür bin ich mir zu wertvoll und auch meine Darmbewohner werden ab jetzt mit gesunder Mischkost immer gut genährt und aufgepäppelt. 
Ich will ja schliesslich mindestens 120 Jahre alt werden und dazu ist eben auch ein Darm mit Charme sehr wichtig. 

Liebe Grüsse, 
Carina 

Monday, November 17, 2014

Hommage an die Kürbissuppe


Mit dem Herbst verbinde ich heisse Marroni und Kürbissuppe. Das ist ein Fakt und ich freue mich jedes Jahr drauf. 
Ab Oktober gibt es bei mir mindestens zweimal die Woche eine Kürbissuppe. 

Ich liebe Kürbissuppe. 

Gut, ich denke, das ist nun klargeworden. Aber warum eigentlich? 

Ich finde keine andere Suppe ist von sich aus so cremig und geschmacksintensiv wie die Kürbissuppe. Dazu kommt dieser intensive Farbton. 
Die Kürbissuppe ist die perfekte Streicheleinheit für den Gaumen, wenn die Tage kürzer und kälter werden. 

Herbstliche Kürbissuppe

1 Hokkaido-Kürbis, kleingeschnitten und entkernt
in Gemüsebrühe und einem EL Frischkäse weichkochen
mit Pfeffer, Curry oder Zimt würzen
mit Kernen dekorieren


Und was macht ihr so mit der diesjährigen Kürbisernte? 

Liebe Grüsse, 
Carina 

Monday, November 10, 2014

To-do-Liste


Versteht mich nicht falsch, to-do-Listen sind wunderbar. Sie räumen den Kopf auf und bringen das ewige Gedankengewirr "ich muss noch, ich will noch, etc. " aufs Papier. 
Ausserdem ist es ein wunderbares Gefühl, etwas abhaken zu können. Das motiviert dann, direkt den nächsten Punkt in Angriff zu nehmen. 

Allerdings, so eine to-do-Liste kann einem aber auch im Nacken sitzen und einen gewissen Druck aufbauen. Das ist dann natürlich absolut kontraproduktiv für ein entspanntes Leben. 
Gerade bei Esssüchtigen besteht ja immer auch ein wenig die Tendenz, dass sie sich selbst zu Höchstleistungen antreiben und sich keine Pause gönnen. 

Nun hatte ich auf meiner grossen to-do-Liste an der Wand seit einiger Zeit zwei Dinge stehen, die mich jeden Abend daran erinnert haben, dass ich sie noch machen muss. Zeit und Lust hatte ich allerdings keine und da war das schlechte Gewissen vorprogrammiert. 
Da ich mir aber nicht mehr von meinem inneren Antreiber etwas sagen lasse, habe ich kurzentschlossen die beiden Sachen durchgestrichen und stattdessen das obige Bild auf meine to-do-Liste geklebt. 
Es erinnert mich an das einzige, was ich wirklich tun MUSS, alles andere ist "nice-to-have", aber die Welt geht auch nicht unter, wenn die Herbstdeko noch nicht ausgepackt und die Wohnung mal nicht geputzt ist. 

Liebe Grüsse, 
Carina

Monday, November 3, 2014

Buchtipp: Frei von Zuckersucht


Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich neben der Esssucht ja leider auch noch die Zuckersucht am Hals hatte. 
Als ich das erkannt hatte, habe ich natürlich erst mal mit meinem Schicksal gehadert: Wieso das auch noch? Wieso ich überhaupt? 
Ich nehme beide Plagen mittlerweile für mich an, weiß ich doch, dass es Rettungsringe sind, die mir geholfen habe, die schweren Zeiten zu durchstehen und die am Ende ja auch irgendwie eine Hilfe waren für alles, was ich in meinem Leben erreicht habe. 
Aber die Zuckersucht ist trotz allem eben auch eine Plage. Lange habe ich mir das nicht eingestehen wollen. Zucker war für mich ja auch von klein auf eine Belohnung, ein "Sich-etwas-Gutes-tun". Dass mir Zucker eben nicht gutgetan hat, körperlich als auch seelisch, diese Erkenntnis kam relativ spät. 
Für mich ist Zucker aber definitiv ein Teufelszeug. Ich bin nicht hochgradig zuckersüchtig, sodass mir ein Keks zum Kaffee zum Beispiel nicht viel ausmacht. Größere Mengen schmeißen mich allerdings stark aus der Bahn, machen mich müde, klebrig und depressiv, verursachen Herzrasen und Kopfschmerzen. 
Fragt mich nicht, wie ich das so lange verdrängen konnte und mich mit Süßigkeiten vollstopfen konnte. Heute würde ich das rein körperlich gar nicht mehr aushalten. 
Wie auch immer. Es gibt ein ganz tolles Buch, das mir ein wichtiger Wegweiser war (und immer noch ist). 
Ruth Alice Kosnick war selbst betroffen und hat einen wunderbaren Leitfaden geschrieben, der Schritt für Schritt aus der Sucht herausführt. 

Frei von Zuckersucht ist ein 10-Schritte-Programm, welches die gleichen Grundtechniken anwendet, die mir auch bei der Esssucht so gut geholfen haben Diese Techniken sind: therapeutisches Schreiben, Dates mit sich selbst und reflektive Aufgaben, die einen erkennen lassen, wer man ist und was man will. 
Dazu gibt es noch wichtige Hintergrundinformationen und personalisierte Aufgaben. 

Es ist ein tolles Buch, das ich jedem empfehlen kann, der findet, dass er ein unentspanntes Verhältnis zum Zucker hat. 

Viel Spass bei der Lektüre wünscht euch 
Carina 

Monday, October 27, 2014

Spruch der Woche: Mark Twain

I have been through some terrible things in my life,
some of which actually happened. 

(Mark Twain)

Ein weiser Mann. Ein sehr kluger Spruch. Einer meiner Lieblingssprüche überhaupt. Warum? 

Weil man sich immer mal wieder klarmachen sollte, wie sehr die eigenen Ängste und Sorgen eigentlich das Leben klein und beengt halten. 
Und weil Esssüchtige, Perfektionisten und - ich wage zu behaupten - Frauen im Allgemeinen sehr dazu neigen, über das nachzugrübeln, was sein könnte. Was schief gehen könnte, was andere Leute denken könnten, wie andere reagieren könnten. 
Am Ende geht es meist gut und man hat sich ganz unnötig Sorgen gemacht. Alle Ängste und Grübeleien waren ganz umsonst. 
Wenn es nur das wäre. Aber am Ende haben unsere Grübeleien uns noch wertvolle Lebenszeit und Energie gekostet, haben uns ausgelaugt und uns Falten in die Stirn gebrannt. 

Wieso sich das Leben so schwer machen? Wieso nicht mal STOPP sagen zu den Sorgen und Gedanken, die den ganzen Tag durch unseren Kopf kreisen und dort Horrorszenarien entstehen lassen. 

Es ist so unnötig. Denn am Ende schaut man auf ein Leben zurück, das gar nicht so schlecht war. Man merkt dann nur mit Bedauern, dass man es gar nicht richtig geniessen und auskosten konnte, weil man zu sehr mit den schwarzmalerischen Gedanken der Zukunft beschäftigt war. 

Also, lieber mal im Hier und Jetzt verweilen und an etwas Schönes denken. 

Eine schöne Woche wünscht euch

Carina 

Friday, October 24, 2014

Let's talk about facts and figures


Heute wird es sehr persönlich. Denn ich möchte über genau das sprechen, was euch alle am meisten interessiert.
Ich kenn euch doch ;-)

Nein, ernsthaft. Das grosse Thema während meiner Esssucht und auch eine sehr lange Zeit während meiner Genesung war natürlich das Gewicht. Meine Gedanken haben sich Tag und Nacht um die Zahl auf der Waage gedreht. War die Zahl klein, war ich glücklich und erfolgreich. War die Zahl gross, war ich ein Versager und mein Leben nichts mehr wert. 
Während meiner Genesung, als ich dann etwas entspannter mit meinem Körper und meinem Gewicht umgegangen bin, habe ich mich bereits etwas freier gefühlt, aber dennoch war ich irgendwie noch im Schwebezustand. Ich wusste, ich wollte keine Diät mehr machen, mir das Essen nicht mehr von aussen, von meinem Umfeld diktieren lassen. Aber tief im Inneren waren da immer noch die Stimmen, die mich seit meinem 14ten Lebensjahr begleiteten und die mir die nächste Diät schmackhaft machen wollten. 

So, und nun reden wir Klartext. 

Wie sieht mein Gewicht heute nach dem Sieg gegen meine Krankheit aus? 

Der Kampf ist nicht spurlos an mir vorüber gegangen. Ich habe mich von einer Kleidergrösse 38 zu einer Kleidergrösse 40 verändert und halte das Gewicht, das ich auch früher schon zwischen meinen strengen Diätphasen hatte. Das scheint nun erstmal das Gewicht zu sein, mit dem mein Körper leben kann. 

Und genau dieses Gewicht ganz für sich anzunehmen, ist ein Schritt, den man nicht überspringen darf!
Ich habe es immer wieder zu hören bekommen: man muss sich erst komplett annehmen können, bevor der Essdruck ganz zum Erliegen kommen und man dann langsam auch körperlich genesen kann. 
Daran glaube ich aber wiederum ganz fest: Ich habe sowohl in meinem virtuellen als auch in meinem richtigen Leben mittlerweile genug Beispiele, die mir genau das beweisen: Dass man auch als ehemalige Esssüchtige nach 5, 10 Jahren (was auch immer) irgendwann seine natürliche schlanke Traumfigur hat. 
Ich weiss, dass es bei mir auch so sein wird, die körperlichen Narben müssen nur erst richtig verheilen. Diesen Vergleich zu einer Verletzung halte ich mir immer vor Augen, denn er passt sehr gut. 

Fazit: Ohne dieses Loslassen geht es wirklich nicht. Das alte, unsichere, fremdgesteuerte Ego muss erst komplett sterben, damit das neue, gute, selbstbewusste Ich wirklich mit dem Leben beginnen kann. Das weiss ich jetzt. Ich wollte es früher nur nicht wahrhaben. Zu stark waren die kontrollierenden, ängstlichen Glaubenssätze in meinem Inneren und die Angst vor den urteilenden und abwertenden Stimmen der Gesellschaft. 

Was würde ich heute meiner Umwelt sagen, wenn sie mich auf meine körperliche Veränderung ansprechen würde? 

Ich würde Folgendes sagen: 

Wenn dies der Preis ist, den ich für ein glückliches und freies Leben 
ohne Ängste und negative Gedanken zahlen muss - 
dann zahle ich ihn gerne!

(Interessanterweise hat mich nur noch niemand darauf angesprochen. Im Gegenteil, die Menschen loben in letzter Zeit einfach dauernd meine Ausstrahlung, meine Lebensfreude und meine Power....)

Wollt ihr euch wirklich von Zahlen euer Leben und euer Glücklichsein diktieren lassen?  
Wenn ihr nicht gerade Graf Zahl von der Sesamstrasse seid, dann ist das keine gute Idee, glaubt mir. 

Liebe Grüsse, 
Carina 



P.S. Und wenn du doch der Graf Zahl von der Sesamstrasse bist, der das hier liest, dann musst du mir unbedingt einen Kommentar hinterlassen.... 


Monday, October 20, 2014

Achtsamkeitsübung: Liebende Güte

Flowers of the day


Ich liebe diese Blumen und bin wahnsinnig dankbar, sie geschenkt bekommen zu haben. 

Und genau um dieses Thema geht es bei der Achtsamkeitsübung für diese Woche: 

Liebende Güte schenken 

Dieses Gefühl zu trainieren ist wahnsinnig wichtig. Wichtig für die Genesung und allgemein für ein glückliches und entspanntes Leben. 
"Liebende Güte" und Mitgefühl", das sind sowieso ganz wichtige Grundbegriffe in der Achtsamkeitslehre. Es ist nämlich DIE notwendige Grundhaltung in Hinblick auf deine Umwelt, aber auch im Hinblick auf dich selbst. 
Versuche diese Woche mal so oft es geht, das Gefühl von liebender Güte und Mitgefühl aufkommen zu lassen und ihm nachzuspüren. 
Wenn dich jemand aufregt oder zornig macht, dann versuche ihm mit Güte und Mitgefühl zu begegnen, nicht mit Wut oder negativen Gedanken. 

Ganz besonders wichtig ist diese Haltung, wenn sich diese Gefühle gegen dich selbst richten: 
Verurteile dich diese Woche mal nicht für deine Handlungen, für dein Nicht-Perfekt-Sein, sondern bringe dir stattdessen Mitgefühl und liebende Güte entgegen. Sei nachsichtig und sanft, so wie du es zu deiner besten Freundin auch sein würdest. 
Du wirst sehen, wie du dadurch entspannter und ruhiger wirst und wie der Druck gegen dich selbst nachlässt. 

Was mir auch immer wieder auffällt: Je nachsichtiger und liebender ich mit meiner Umwelt umgehe, desto mehr Liebe und Positives gibt mir meine Umwelt zurück. Manchmal eben auch in Form von Blumen - meist aber durch ein Lächeln oder kleine Geschenke von ganz fremden Menschen (ist mir diese Woche schon wieder mehrmals passiert). 

Eine tolle und gütige Woche wünscht euch

Carina 


Monday, October 13, 2014

Schnappschüsse




Vor kurzem habe ich einen wunderschönen Spruch gelesen: 

"Enjoy the little things in life, 
because one day you will look back, 
and realize they were the big things." 


Und es ist wahr, das Glück liegt in den kleinen, alltäglichen Dingen. Wir sind uns dieser Schönheit nur oft nicht bewusst und warten auf den einen, grossen, pompösen Augenblick. 

Ich finde es wunderbar, dass es ganz einfach ist, in Zeiten von Fotokamera, Facebook, Instagram, etc. diese Alltagswunder festzuhalten und sich daran zu erfreuen. 

Seit einiger Zeit schiesse ich jeden Tag mit meiner Telefonkamera ein Bild von einem schönen Gegenstand, einer schönen Landschaft oder einem Teil von mir, den ich schön finde, zum Beispiel ein Schmuckstück, ein besonderer Nagellack etc. Heute war mein "Picture of the day" meine neue Herbstdeko, auf die ich ganz stolz bin. 

Diese Schnappschüsse machen mir die kleinen Freuden des Alltags bewusst und helfen mir zu erkennen, welches Glück und welche Schönheit uns umgibt. 
Das hilft dann wiederum meiner Seele, genau die Nahrung zu bekommen, die sie braucht. Und mein Kopf lernt wieder, die Welt mit staunenden Kinderaugen zu betrachten und für einen Moment innezuhalten und dankbar für das kleine Glück zu sein. 

Viel Spass beim Fotografieren! 

Liebe Grüsse, 
Carina 

Friday, October 10, 2014

Buchtipp: Mindfuck



Heute gibt es mal wieder einen Buchtipp von mir. Das Buch Mindfuck von Petra Bock ist wirklich eines dieser Bücher, das man immer wieder zur Hand nimmt, weil einfach so viel Wahres darin steht.
Das Problem ist hier, wie bei allen Ratgebern: man liesst sie, und dann vergisst man nach ein paar Tagen schon wieder die Hälfte und verfällt wieder in alte Gedankenstrukturen. 
Deswegen lasse ich das Buch auch auf meinem Schreibtisch liegen, wo es mich immer wieder daran erinnert, die neuen Denkweisen anzuwenden.
Mindfuck dreht sich um die Herkunft und die Hintergründe der alten Glaubenssätze aus der Vergangenheit, die uns oft zu Marionetten werden lassen und uns im schlimmsten Fall zum Selbstboykott führen. 
Diesen Selbstboykott kennen Esssüchtige sehr gut, und ich habe hier bereits über das Thema geschrieben.
Ein weiteres wichtiges Thema wird im Buch aufgeführt: Es geht um den Weg raus aus der Komfortzone. Es geht darum, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und nicht dem Wetter, Nachbarn, Essen, Eltern etc. die Schuld für sein Handeln zu geben.
Um ehrlich zu sein, dies habe ich sehr, sehr lange so praktiziert. Immer habe ich einen Grund gefunden, warum es mir gerade schlecht geht und warum ich mich jetzt mit Essen trösten muss.
Wenn man aktiv Verantwortung für sich selbst, sein Handeln und seine Entscheidungen übernimmt, dann ist das erstmal nicht einfach, aber es macht auf Dauer frei und vor allem glücklich.
Hierzu zeigt das Buch Mindfuck einige Hintergründe und Lösungsvorschläge auf, die mir wirklich nochmal gezeigt haben, dass ich für mein Leben und mein Glück selbst verantwortlich bin und dass ich bereits jetzt alles habe, um glücklich zu leben.
Ich brauche keine Stimme im Kopf, die mich sabotiert und mich kleinhält. Ich brauche keinen Mindfuck.
Liebe Grüsse,
Carina
P.S. Übrigens, es gibt einen wunderbaren Mindfuck-Coach in Zürich, deren Programm und Blog ich euch gerne ans Herz legen möchte:

Monday, October 6, 2014

Auszeit im Kloster



Nun war ich einige Zeit weg und ihr fragt euch sicher, wo ich mich versteckt hatte. 
Ich verrate es euch: Ich war im Kloster. :-) 

Nein, das war keine Schnupperpraktikum zum Beruf Nonne. 
Ich wollte einfach einmal ganz viel Kraft tanken am Ende eines ereignisreichen Sommers. Ausserdem bin ich generell der festen Überzeugung, dass Spiritualität egal in welcher (Glaubens-)Richtung dem Menschen ganz viel Sinn und Halt im Leben geben kann. 

Diesmal habe ich mich aus Kosten- und Zeitgründen gegen das ferne Tibet entschieden und habe mich stattdessen in einem Benediktinerinnen-Haus in Deutschland ins klösterliche Gästehaus eingemietet. 
Nichts musste, alles war möglich. Ich konnte also an den täglichen Gebeten teilnehmen, konnte aber auch mal ausschlafen. Wie ich das wollte. 

Am Anfang war es schon etwas gewöhnungsbedürftig, so ganz auf sich selbst zurückgeworfen zu sein, von Null auf hundert Prozent Ruhe. Anfangs habe ich mich selbst dabei ertappt, wie ich plötzlich ganz "dringende" Besorgungen in der Stadt machen musste - nur um mich nicht mit mir selbst zu beschäftigen und in der Ruhe meine eigenen Gedanken zu hören. 
Aber es wurde mit der Zeit besser. Ich habe gelernt, mich selbst und die Ruhe auszuhalten. Und dann kam auch die Kraft, in mir selbst zu ruhen. 

Ich hatte ganz tolle Gespräche, Begegnungen, Momente. Ich habe ganz viel gelesen und geschrieben. 
Und ich bin mit einem grossen Koffer voller Kraft, Erkenntnis, Liebe und Hoffnung wieder abgereist. 
In diesem Koffer stecken auch einige Anreize und Souvenirs für euch, damit wir es uns in der vor uns liegenden Winterzeit so richtig gemütlich und warm ums Herz machen können. Freut euch darauf. 

Alles wird gut! 
Carina 

P.S.: Wen es interessiert: über die Google-Suche "Kloster auf Zeit" findet ihr Ordensgemeinschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die solche Auszeiten anbieten. Da ist sicherlich auch das richtige Konzept für den ein oder anderen von euch dabei. Ich kann es nur empfehlen. 

Tuesday, September 23, 2014

Herbstbeginn

 
Der Herbst ist eigentlich meine liebste Jahreszeit. Wieso? Weil man noch die schönen Erinnerungen an den Sommer im Kopf hat, aber sich irgendwie auch auf was Neues freut. Und der Herbst hat so viele tolle Seiten, wenn man nicht nur Regen und Sturm sieht.

Man muss nur aufmerksam durch die Welt gehen: die bunten Farben der Natur, die neue Frische. Überall bunte warme Farben.
Die erste Kürbissuppe des Jahres, die ersten Marroni und auch der Tee schmeckt wieder. Man kann sich in warme Kleider kuscheln und dieses angenehme Gefühl geniessen, ohne dass man andauernd friert.
Man braucht kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man mal einen regnerischen Sonntag im Bett verbringt. Im Sommer hiess es, stets alle Sonnenstunden auszunutzen, gerade dieses Jahr.

Der Herbst hilft uns, wieder mehr auf uns selbst und auf die schöne Natur um uns herum zu schauen. Er hilft uns, inne zu halten und zur Ruhe zu kommen.

Wir sollten dieses Angebot nutzen und mit offenen Augen durch die Welt gehen und uns an den Veränderungen erfreuen. Vielleicht gibt es uns den nötigen Antrieb, auch unser Inneres zu ändern, es bunter werden zu lassen.

Deswegen hier meine Hausaufgabe für euch:
Macht einen schönen Herbstspaziergang, schaut euch die Natur an, sammelt Kastanien und die ersten bunten Blätter.
Damit dekoriert ihr dann eure Wohnung, stellt Kerzen auf, um die ersten dunklen Abende zu erhellen.
Kauft euch einen guten Tee und trinkt ihn aufs Sofa gekuschelt.
Kauft euch ein Paar Gummistiefel und fühlt euch jung, wenn ihr sie tragt, springt in jede Pfütze und habt Spass daran.
Kauft euch einen Kürbis, schneidet ihn klein, kocht ihn und püriert ihn zu einer warmen Suppe.

Das alles bringt euch ein Stück näher zur Natur und zu euch selbst.

Viel Spass dabei,
Carina

Friday, September 12, 2014

Medienfasten: Wer macht mit?



Sodeli, ich bin dann mal weg. 

Weg von Nachrichten, Internet, Telefon, DVDs, Fernsehen, Zeitschriften, Zeitungen, Romanen und - ja auch - Blogs. 

Ich bin mal eine Woche nur im Leben 1.0 unterwegs und lasse keine Ukraine-Krise, kein Ebola-Virus, keine Flüchtlingswelle aus Syrien an mich heran. 

Ich sauge mein Hier und Jetzt ganz bewusst in mich ein und lenke mich nicht mit dem Smartphone von meiner unmittelbaren Wirklichkeit und ihren Details ab. 

Ich stelle mich dem "Gerade-nicht-mitreden" und "Gerade-nichts-beitragen" mit voller Breitseite und weiss doch, meine Welt wird sich weiterdrehen. Meine Freunde werden auch ohne Facebook weiterhin an mich denken und mich wertschätzen. 

Und vor allen Dingen stelle ich mich der Langeweile und meiner inneren Stimme, die dann ganz laut werden darf und sich dann auch traut, meine wahren Bedürfnisse auszusprechen. Ich habe keine Angst vor der Konfrontation mit mir selbst, denn ich weiss, ich werde nach der Woche so viel mehr über mich erfahren haben und ganz ausbalanciert in meiner inneren Mitte angekommen sein. 

Ich freue mich auf das tolle Gefühl, ganz da und ganz wach zu sein und die Welt intensiver wahrzunehmen. Plötzlich werde ICH im Mittelpunkt meiner Welt stehen und nicht die Models der New York Fashion Week oder die Vorzeige-Bloggerin mit ihren perfekten Outfits und ihren tollen Kuchenkreationen. 

Wer traut sich? Wer macht mit??? 
Wie und wo und warum könnt ihr auch hier nochmal nachlesen.
Ich würde mich über euren Kommentar dazu freuen. - Den lese ich dann, wenn ich wieder online bin ;-) 

So, und tschüüüüüüss...... 

Liebe Grüsse, 
Carina 

Monday, September 8, 2014

Buchtipp: Geneen Roth


Ich hatte ja vor kurzem hier schon mal darüber gesprochen, dass das Essen an sich nicht das Problem bei einer Esssucht ist. Es stecken andere Faktoren dahinter. 
Zu diesem Thema hat die Autorin Geneen Roth einige, meiner Meinung nach sehr empfehlenswerte Bücher geschrieben. 

Sie selbst hat früher unter einer Esssucht gelitten, bis sie erkannt hat, dass es Gefühle wie Liebeshunger, Angst oder Wut sind, die uns in den Teufelskreis von Essen und Diäten zwingen. 
Nach dieser radikalen Erkenntnis hat sie den Kampf und die Kontrolle über den eigenen Körper aufgegeben und hat begonnen, ihrem Körper zu vertrauen und sich selbst zu lieben. 
Ihre Bücher beschreiben, wie das im Einzelnen funktionieren kann und beschreiben auch die Hintergründe, warum wir so ticken wie wir es tun. 

Das Buch "Essen als Ersatz" ist ein zusätzlicher Ratgeber von Geneen Roth, der praktische Tipps und Ansätze aufzeigt, wie man diesen Teufelskreis durchbrechen kann, und ist daher auch sehr zu empfehlen. 



Friday, September 5, 2014

Vom Zoodles-Virus infiziert


Ja, ich gestehe: mich hat der Internet- und Instagram-Hype gepackt. Überall sieht man zur Zeit Zucchini-Gemüse in wunderbare Spiralen geschnitten. 
Diese sogenannten Zoodles (von Noodles=Nudeln aus Zucchini) sind superschnell hergestellt und eignen sich als Fleischbeilage oder als Pastateller-Ersatz. 

Ich habe lange Zeit die Zucchinis einfach mit einem Sparschäler in Streifen geschnitten, bis ich mir den Spirelli-Schneider von Gefu bestellt habe: 


Ich bin begeistert, was für schöne Spiralen der Schneider aus Zucchinis und auch Karotten zaubert. Man muss beim Gemüsekauf einfach ein wenig darauf achten, dass das Gemüse halbwegs gerade gewachsen ist. Ein Plastik-Aufsatz hilft, das Gemüse auch noch bis zum letzten Rest zu spiralisieren und es gibt zwei verschieden grosse Schneidemesser zur Auswahl. 
A propos Reste: Das was beim Spirelli an Gemüse übrigbleibt, wird einfach kleingeschnitten und mitverarbeitet. 

Hier mein Lieblingsrezept für euch: 

Zoodles mit einer Avocado-Sosse 

Für 2 Personen: 
1 Zucchini und 2 Karotten mit dem Spiralschneider oder Sparschäler in Spiralen/Streifen schneiden. 

Einen Topf mit Salzwasser oder etwas Gemüsebrühe (für den Geschmack) zum Kochen bringen. Vom Herd nehmen und das Gemüse für 5 Minuten im heissen Wasser ziehen lassen. Abtropfen. 

Währenddessen: 

1 reife Avocado (kleinpüriert) 
Chillipulver/Paprikapulver
Pfeffer
1 EL Zitronensaft
1 EL Olivenöl
1-2 Frühlingszwiebeln oder etwas Lauch
bei Bedarf Zitronengraspulver oder Currypulver (was man halt mag)
vermengen. 

Alles zusammengeben und geniessen. 

Man kann auch noch Rinderfiletstreifen scharf anbraten und dazugeben. Auch Scampis passen gut dazu. Statt der Avocado nehme ich auch manchmal einfach einen grossen EL Sesampaste (Tahini). 

Wie immer heisst es experimentieren und ausprobieren. 

Lasst es euch schmecken!
___


Ich habe in den letzten Tagen ganz viel Feedback zu meinem Blog bekommen. Dafür möchte ich mich bei euch bedanken. Das macht mir sehr viel Mut, so weiterzumachen wie bisher. Es ist ja nicht der typische Lifestyle-Blog und die Themen sind ab und an nicht ganz einfach. 

Gerade die Rubrik "Rezepte" stösst immer wieder auch auf skeptische Kommentare. 
Ich habe mir lange Gedanken zu dem Thema gemacht und teile euch heute meine Meinung zum Thema "Essen auf einem Süchtigen-Blog" mit: 

Ich habe während und vor allem nach meiner Genesung immer wieder festgestellt: Essen ist nicht das eigentliche Problem. 
Es sind unsere Regeln und Gedanken, die wir uns zu diesem Thema in extremster Weise aufstellen. Wir unterteilen gerne in gute und böse Lebensmittel und habe unsere genauen Regeln, mit denen wir uns selbst und unseren Körper kontrollieren. 
Stossen wir dann auf Berichte, die mit unseren Glaubenssätzen und Regeln nicht übereinstimmen, kommt die Kontrollsucht ins Spiel. 
Wir werden dann wütend, dass wir mit diesen Dingen konfrontiert werden, weil wir tief in der Sucht und unseren Regeln gefangen sind und Angst haben, dass dadurch unsere strengen Kontrollen zum Wanken gebracht werden. 

Ich habe über lange Monate schmerzhaft erkennen müssen, dass es keinen Sinn hat, gegen sich selbst zu kämpfen. Diese Regeln und dieses Kontrolldenken sperrt uns in einen Käfig ein, bei dem wir selbst der Gefängniswärter sind - und ein grausamer dazu. Genau das ist eine ganz schlechte Kombination. 

Wir verbieten uns alles, bauen uns einen riesigen Druck auf. Doch ich gebe euch eines schriftlich: Der Körper holt sich durch die Ess-Attacken (die genau dann auftauchen, wenn man dem selbstauferlegten Druck nicht mehr standhalten kann) alles zurück, was ihr ihm verboten habt. 

Wie gesagt, Essen ist nicht das eigentliche Problem. Das Problem sind die Gedanken und falschen Glaubenssätze in eurem Kopf, der Kampf gegen den eigenen Körper, statt ihn mit Selbstliebe zu nähren und für seine eigenen Bedürfnisse einzustehen. Und diesen Kampf GEGEN sich selbst und FÜR die Meinung und Anerkennung der anderen, den kann man nur verlieren. 

Genau da setzen meine Rezepte an. Diese Rezepte sollen euch anspornen, wieder Spass und Neugier am Essen zu bekommen, neue Ideen und Lebensmittel einzubauen, sich im Reformhaus umzuschauen, was es dort Interessantes gibt. 
Ich möchte euch Anregungen geben, das Essen wieder von einer anderen Seite kennenzulernen. In einer neuen Form und möglichst nicht "bedrohlich", sondern gesund und überraschend anders. 

Ich werde weiterhin Rezepte posten, weil Essen nichts Gefährliches, Bedrohliches sein soll. Essen - ist einfach Essen. Nicht mehr. 
Irgendwann werdet ihr das hoffentlich auch so sehen können. Dann verliert das Essen seinen hohen Stellenwert im Alltag, dann macht Essen und Kochen einfach Spass und wird nicht mehr in Energiewerten umgerechnet.

Irgendwann werdet ihr loslassen müssen: eure Regeln und eure Einstellung zum "perfekten" Körper. Ihr habt bereits alles, was ihr für euer perfektes Leben braucht, es ist euch nur noch nicht bewusst. 
Auch die Leichtigkeit fehlt noch. Loslassen und lernen, über das Leben staunen zu können. Die Flügel ausbreiten und losfliegen, statt sich im eigenen Käfig gefangen zu halten und sich zu denken "Wenn ich erst schlank bin, dann kann ich auch endlich losfliegen..." 

Nein, andersherum: Fliegt JETZT los, taucht in das Leben ein, dann kommt das gesunde (!!!) Schlanksein durch die Zufriedenheit. Denn dann ernährt ihr euch von Seelenfutter und das Leben lässt euch ganz von alleine zufrieden werden. 

Ich kenne mal mindestens eine Handvoll ehemals Betroffener, bei denen es genau so passiert ist. 

Fliegt los, lebt jeden Tag so, als wäre es ein ganzes Leben - und Essen wird zur schönen Nebensache....

Liebe Grüsse, 
Carina 





Monday, September 1, 2014

Achtsamkeitsübung: Nach jedem Bissen das Besteck ablegen


Bei dieser Übung geht es darum, das Essen auf dem Teller bewusst wahrzunehmen. 
Wie häufig liesst man beim Essen nebenher Mails, schreibt SMS, schaut fern, liesst oder blättert in Zeitschriften. 
Dass das schlecht für das Sättigungsgefühl ist, weiss man ja noch so mehr oder weniger. 
Aber selbst wenn man das Essen bewusst am Esstisch ohne Ablenkung einnimmt, ist man mit den Gedanken oft ganz woanders und schluckt Bissen für Bissen, ohne ihn wirklich wahrzunehmen. 
Und dann steht man vom Tisch auf und ist nicht wirklich befriedigt und will noch mehr. 

Mit der Achtsamkeitsübung


Nach jedem Bissen das Besteck ablegen


isst man auf der einen Seite automatisch langsamer, kaut besser, aber man nimmt auch die einzelnen Bissen stärker und bewusster wahr. Durch diese zusätzlichen Unterbrechungen wird man gezwungen, das Essen wirklich anzusehen, die einzelnen Aromen mit der Nase und mit den Augen aufzunehmen. Dadurch bekommt das Gehirn dann auch die Möglichkeit, ein ganzheitliches Sättigungsgefühl aufbauen zu können. 

Versucht doch mal während der nächsten Tage an mindestens zwei Mahlzeiten des Tages das Besteck während den einzelnen Bissen abzulegen. Ihr werdet sehen, irgendwann gewöhnt man sich an das langsamere Essen und an den Genuss, den es bringt. 

Ich habe mir angewöhnt, mir für mindestens eine Mahlzeit am Tag bewusst 20 Minuten Zeit zu nehmen. Und siehe da, mittlerweile esse ich auch unterbewusst bei den anderen Mahlzeiten langsamer. 
Es lohnt sich, das mal eine Woche bewusst zu üben, dann prägt es sich ganz von alleine als neue Verhaltensweise ein. 
Ich habe übrigens mal irgendwo gelesen, dass es mindestens 3 Wochen braucht, bis sich eine neue Verhaltensweise in unsere Hirnwindungen einprägt. 
Das ist der Grund, warum die Achtsamkeitsübungen alle über eine Zeit lang angewendet werden müssen, damit sich wirklich etwas in der Denkweise ändert. 

Und jeder Weg beginnt ja bekanntlich mit dem ersten Schritt, in diesem Fall mit dem ersten Besteck. 

Viel Spass wünscht euch, 
Carina 


Thursday, August 28, 2014

Spruch der Woche



Ich liebe diesen Spruch und versuche ihn mir auch immer wieder vor Augen zu halten, wenn es mal nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe oder wenn Murphy's Law gerade Hochsaison hat in meinem Leben. 

Aber woher weiss ich denn, dass der Mist, der mir gerade vor die Füsse geworfen wird, nicht dafür da ist, mich weiter zu bringen, mich wachsen zu lassen oder auf lange Sicht einfach für irgendetwas gut ist, was ich jetzt noch nicht einschätzen kann? 

Es erfordert Mut, das Leben so anzunehmen, wie es ist. Und gerade die Ängste und die inneren Stimmen und Glaubenssätze, die uns immer wieder begleiten, versuchen uns immer wieder dahin zu bringen, diese negativen Gefühle mit Zucker zu unterdrücken und uns in eine heile Welt aus Schokolade und Kuchen zu flüchten. 

Aber vielleicht sind es gerade die Zitronen, die uns stärker machen, die uns weiterbringen und die uns ganz neue Möglichkeiten aufzeigen. Oft erkennen wir dann, dass wir Fähigkeiten haben, die wir nie für möglich gehalten haben. 
Wenn wir uns aus unserer Komfortzone hinaus wagen und auf die Leiter steigen, um die Zitronen zu pflücken, dann erkennen wir vielleicht, dass wir genau dafür geboren wurden: 
das weltbeste Limonaden-Rezept der Welt zu erfinden. 

Ihr wisst was ich meine ;-) 

If life gives you lemons - make lemonade out of it!!!

Alles Liebe, 
Carina 

P.S. Diese wunderbaren Apothekergefässe zum Beschriften gibt es gerade bei Depot. Ich finde sie wunderschön. 

Monday, August 25, 2014

Das hässliche Entlein


Ich habe ein Lieblingsmärchen und das ist "Das hässliche Entlein" von Hans Christian Andersen. 

Ich habe dieses Märchen schon als Kind geliebt, aber seit ich weiss, wieviel Weisheit für Suchtbetroffene darin steckt, mag ich es noch viel mehr. 

Auch Anita Johnston nimmt dieses Märchen als Metapher in ihrem empfehlenswerten Buch "Die Frau, die im Mondlicht ass" auf (ich habe euch das Buch hier vorgestellt).

Wie oft habe ich während den Jahren meiner Esssucht so gefühlt und gedacht wie das hässliche Entlein. Nie war ich dünn und beliebt genug, um mich zugehörig zu fühlen. 
Von klein auf habe ich mich mit anderen verglichen. Aber natürlich nicht mit denen, die mir ähnlich waren. Nein, es waren die zierlichen Model-Elfen oder die reichen und edlen Adelsfamilien-Sprösslinge aus der BUNTEN und der GALA. 
Die Ansprüche an mich selbst waren unerreichbar hoch. Und so konnte ich meine selbstgesteckten Ziele auch nie erreichen. Ich wollte eine Ente sein, aber habe in den Spiegel geschaut und sah eben nur den viel zu langen Schnabel und das bräunliche Wuschel-Fell. 

Ich musste also dünner werden, mich stärker anstrengen, erfolgreicher sein als die anderen Enten, damit ich endlich gesehen und als Ente anerkannt wurde. Und so kämpfte ich mein Leben lang. Schneller, höher, weiter. 
Zwischendurch schaute ich in den Spiegel und immer noch war der Schnabel zu lang und die Fellfarbe nicht die gewünschte. 
Ich sah nur mein eigenes Versagen. Und tröstete mich mit Zucker und Soulfood. 

Ich hatte nicht realisiert, dass ich mittlerweile alles in meinem Leben erreicht hatte, was sich eine Ente so sehr wünscht: Ich hatte einen guten Abschluss, ein stolzes und edles Auftreten nach aussen. Ich hatte einen Titel und eine Kader-Position. Ich hatte alle Plätze der Reichen und Schönen gesehen und zwischen ihnen gefeiert. 
Ich hatte einen Traummann, der mir die Welt zu Füssen legte und lebte in einem Luxus-Land, das weltberühmt ist für seine hohe Lebensqualität und seine Sicherheit. 
Ich aber war so mit meinem Spiegelbild beschäftigt, dass ich gar nicht merkte, dass ich bereits alles erreicht hatte, was eine Ente sich erträumen kann. 
Nur glücklich war ich nicht, weil ich das alles nicht wahrnahm, mein Spiegelbild sprach ja eine ganz andere Sprache. 

Jetzt, hier und heute, nach meiner Genesung, während der ich erkannt habe, dass ich einzigartig bin und in meiner Schwanhaftigkeit perfekt bin, so wie ich bin, kann ich das alles endlich geniessen und mein Leben als das ansehen, was es ist: einfach perfekt - für mich und das, was ich bin und für das ich geboren wurde.

Ich habe mich voll und ganz als Schwan angenommen und plötzlich passt alles und ich zwänge mich nicht in Enten-Schubladen, die mir eh viel zu klein sind. Ich bin ein stolzer Schwan, der die Menschen am Ufer glücklich machen kann, wenn er seine Runden dreht und sich nicht bei den Enten im Schilf versteckt und Trübsal bläst. 

Ich weiss, ich kann glücklich sein und dieser Welt ein Lächeln schenken, denn genau dafür bin ich da. Als Schwan, nicht als Ente.

Und die Welt lächelt jeden einzigen Tag zurück, seit ich mich nicht mehr verstecke und ihr als mein eigentliches Ich entgegentrete. 


Ihr lieben Schwäne da draussen, ihr könnt die Welt zu einem glücklicheren Ort machen! Aber dafür müsst ihr stolz eure Köpfe aus dem Wasser strecken und euch bewusst sein, dass ihr als Schwäne einzigartig seid. 

Liebe Grüsse, 
Carina 

Friday, August 22, 2014

Aprikosen-Mandel-Kekse





Es sind zwar noch 125 Tage bis Weihnachten, aber bei dem Wetter, das dieser Sommer wenigstens hier in der Schweiz für uns aufgetischt hat, kann man sich ruhig schon jetzt im Spätsommer eine Tasse heissen Tee gönnen.
Dazu habe ich ein Aprikosen-Mandel-Keks-Rezept ausprobiert und für gut befunden. Hier das Rezept:

 Aprikosen-Mandel-Kekse

1 Ei

3 EL Kokosöl

2 EL Mandelmus

10 getrocknete Aprikosen, kleingeschnitten

3 EL Reismalz

1 Vanillemark und/oder Zimt

 

Das alles zu einer cremigen Masse verrühren und dann eine 50:50-Mischung aus geriebenen Mandeln und Vollkornmehl dazugeben, bis ein formbarer Keksteig entsteht.
Nicht zu dünn ausrollen und Teig ausstechen.
Bei 170°C für 10 Minuten backen.
 
Da der Versuch im kalten August so gut gelungen ist, stehen die Kekse definitiv auf meiner Weihnachtsplätzchenliste.
 
Irgendwie freue ich mich ja schon drauf. Aber nun kommt erstmal meine Lieblingsjahreszeit: der Herbst.
Ich bin voller Vorfreude und mein Kopf ist voll mit Gedanken an Kürbissuppe, bunte Blätter, Mirabellen- und Pflaumenmus und Apfelkuchen.
 
Liebe Grüsse,
Carina