Friday, October 24, 2014

Let's talk about facts and figures


Heute wird es sehr persönlich. Denn ich möchte über genau das sprechen, was euch alle am meisten interessiert.
Ich kenn euch doch ;-)

Nein, ernsthaft. Das grosse Thema während meiner Esssucht und auch eine sehr lange Zeit während meiner Genesung war natürlich das Gewicht. Meine Gedanken haben sich Tag und Nacht um die Zahl auf der Waage gedreht. War die Zahl klein, war ich glücklich und erfolgreich. War die Zahl gross, war ich ein Versager und mein Leben nichts mehr wert. 
Während meiner Genesung, als ich dann etwas entspannter mit meinem Körper und meinem Gewicht umgegangen bin, habe ich mich bereits etwas freier gefühlt, aber dennoch war ich irgendwie noch im Schwebezustand. Ich wusste, ich wollte keine Diät mehr machen, mir das Essen nicht mehr von aussen, von meinem Umfeld diktieren lassen. Aber tief im Inneren waren da immer noch die Stimmen, die mich seit meinem 14ten Lebensjahr begleiteten und die mir die nächste Diät schmackhaft machen wollten. 

So, und nun reden wir Klartext. 

Wie sieht mein Gewicht heute nach dem Sieg gegen meine Krankheit aus? 

Der Kampf ist nicht spurlos an mir vorüber gegangen. Ich habe mich von einer Kleidergrösse 38 zu einer Kleidergrösse 40 verändert und halte das Gewicht, das ich auch früher schon zwischen meinen strengen Diätphasen hatte. Das scheint nun erstmal das Gewicht zu sein, mit dem mein Körper leben kann. 

Und genau dieses Gewicht ganz für sich anzunehmen, ist ein Schritt, den man nicht überspringen darf!
Ich habe es immer wieder zu hören bekommen: man muss sich erst komplett annehmen können, bevor der Essdruck ganz zum Erliegen kommen und man dann langsam auch körperlich genesen kann. 
Daran glaube ich aber wiederum ganz fest: Ich habe sowohl in meinem virtuellen als auch in meinem richtigen Leben mittlerweile genug Beispiele, die mir genau das beweisen: Dass man auch als ehemalige Esssüchtige nach 5, 10 Jahren (was auch immer) irgendwann seine natürliche schlanke Traumfigur hat. 
Ich weiss, dass es bei mir auch so sein wird, die körperlichen Narben müssen nur erst richtig verheilen. Diesen Vergleich zu einer Verletzung halte ich mir immer vor Augen, denn er passt sehr gut. 

Fazit: Ohne dieses Loslassen geht es wirklich nicht. Das alte, unsichere, fremdgesteuerte Ego muss erst komplett sterben, damit das neue, gute, selbstbewusste Ich wirklich mit dem Leben beginnen kann. Das weiss ich jetzt. Ich wollte es früher nur nicht wahrhaben. Zu stark waren die kontrollierenden, ängstlichen Glaubenssätze in meinem Inneren und die Angst vor den urteilenden und abwertenden Stimmen der Gesellschaft. 

Was würde ich heute meiner Umwelt sagen, wenn sie mich auf meine körperliche Veränderung ansprechen würde? 

Ich würde Folgendes sagen: 

Wenn dies der Preis ist, den ich für ein glückliches und freies Leben 
ohne Ängste und negative Gedanken zahlen muss - 
dann zahle ich ihn gerne!

(Interessanterweise hat mich nur noch niemand darauf angesprochen. Im Gegenteil, die Menschen loben in letzter Zeit einfach dauernd meine Ausstrahlung, meine Lebensfreude und meine Power....)

Wollt ihr euch wirklich von Zahlen euer Leben und euer Glücklichsein diktieren lassen?  
Wenn ihr nicht gerade Graf Zahl von der Sesamstrasse seid, dann ist das keine gute Idee, glaubt mir. 

Liebe Grüsse, 
Carina 



P.S. Und wenn du doch der Graf Zahl von der Sesamstrasse bist, der das hier liest, dann musst du mir unbedingt einen Kommentar hinterlassen.... 


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